Rezension: Avatar – Aufbruch nach Pandora

von Gastautorin Judith Binias

Man kommt aus dem Kino und ist sich nicht sicher, ob man sich in der Realität befindet. Der neue Film „Avatar-Aufbruch nach Pandora“ von Drehbuchautor und Regisseur James Cameron (u.a.„Terminator“, „Titanic“, „Dark Angel“-Die Serie) ist ein weiterer Meilenstein der digitalen Technik und entführt den Zuschauer in eine andere Welt!

Aber kurz zur Handlung: Jake Sully wurde in einem Kampfeinsatz schwer verwundet und ist seitdem an den Rollstuhl gebunden. Durch die Teilnahme an einem Projekt, das Hybride aus menschlicher Na´vi (die Ureinwohner von dem Planeten Pandora) DNA erzeugt, kann er seinen Hybrid, den Avatar, mental steuern. Er erfährt den farbenprächtigen, aber gefährlichen neuen Planeten Pandora wechselnd in seinem neuen und alten Körper. Da Pandora reich an einem für die Menschen wertvollen Rohstoff ist, soll er als Avatar das Volk der Na´vi erforschen und sie dazu bewegen, ihren ursprünglichen Siedlungsplatz zu verlassen. Denn die Menschen wollen an den Rohstoff. Jake lernt dort allerdings die Na´vi Frau Neytiri kennen, die ihm die Kultur und das Leben der Ureinwohner zeigt. Schon bald ist er hin und her gerissen zwischen dem Leben der Ureinwohner und der Menschen, bis er sich schließlich entscheiden muss. Ein Krieg in ihm und zwischen den beiden Rassen entfacht.

Schaut man sich dieses Spektakel in 3D an, wird man förmlich in die neue Welt hineingezogen: um einen herum entspringen strahlende Farben, bedrohliche Wesen greifen einen an und Flüge auf außerirdischen vogelähnlichen Tieren bringen den Atmen zum Stocken. Dadurch, dass in dem Film real gedrehte und computeranimierte Szenen gemischt werden, sind alle Wesen und Figuren des Filmes lebensecht und als Zuschauer fragt man sich bald: was ist nun real? Die Grenzen zwischen Realität und Animation verschwimmen so perfekt, dass es fast beängstigend ist! Nicht zu Unrecht heißt es in der CINEMA: „Diesen Film sieht man nicht, man erlebt ihn.“. Denn mag auch die Handlung-ein Mann kämpft erst auf der Seite des eigenen, dann auf der des fremden Volkes-nicht neu sein: die Effekte übertreffen alles bisher dagewesene-jedenfalls in 3D!

Und noch etwas muss man dem Film lassen: ein „hohles“ Fantasyspektakel ist er nicht! Kritisch wird beispielsweise die Rodung des Regenwaldes oder die ignorante Habsucht der Menschheit thematisiert. Ohne Rücksicht auf fremde Kulturen wird aus Geldgier gemordet und zerstört. Jegliche Warnungen und Versuche, eine diplomatische Lösung zu finden, werden übergangen. Die Natur mit all ihren Schätzen ausgebeutet. Und das ist keine Fiktion, sondern Realität, die nicht animiert wurde, sondern täglich um jeden herum stattfindet.

3 Gedanken zu “Rezension: Avatar – Aufbruch nach Pandora

  1. Ich habe den Film gestern gesehen und muß sagen insbesondere deinem letzten Absatz gibt es nichts hinzuzufügen. Geil, Spitze, Oberklasse, der beste Film seit langer Zeit.

    • Avatar – dümmlicher „Pocahontas“ für 3-D Fetischisten

      http://freidemzen.wordpress.com/2010/01/15/avatar-%E2%80%93-seichter-%E2%80%9Epocahontas%E2%80%9C-fur-3-d-fetischisten/

      Avatar ist ein pervertierter Superlativ. „Das Teuerste“, „das Größte“, „das Neuste“ Schmierentheater! Denn wo offenbar mit der visuellen Ästhetik geprotzt wurde, hat man am Drehbuch/Inhalt mächtig gespart. Seicht-dröge Action- Liebesgeschichte im Alien-Gewand, zwischen Pocahontas und banal.

      Da fragt man sich nur, warum müssen moderne Blockbuster eigentlich immer so unsäglich dümmlich sein. In Zukunft – schlage ich vor – die Dialoge zu behalten und beim nächsten Filmvorhaben, marginal verändert, wieder zu verwenden. Wahlweise in ein amerikanisches Romeo-und-Julia-Ghetto gepackt oder in ein Historienepos versetzt. Da spart man sich das lästige „Rumgeschreibe“ und kann gleich mit dem Animieren beginnen. Da kann groß „VOM MACHER VON TITANIC“ und „MIT DER GESCHICHTE UND DEN DIALOGEN AUS AVATAR“ geworben werden.

      • Die Meinungen sind ja sehr geteilt! Ich glaube, ich sollte mir den Film auch mal anschauen, damit ich mitreden kann. Die Rezension ist ja ein Gastbeitrag von Judith. Wenn ich ihn gesehen habe, werde ich hier posten, was ich davon halte.

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