Aktion „Ohne Licht“

Heute rief der WWF zur Aktion „Eine Stunde ohne Licht“ auf. Von 20.30 bis 21.30 Uhr sollte man die Lichter ausschalten, um so Strom zu sparen. Viele große Stromverbraucher wollten sich beteiligen: So sollten das Brandenburger Tor, der Kölner und der Erfurter Dom und, in unserer Nachbarschaft, die Arnstädter Bachkirche nicht angestrahlt werden. Wir wollten uns auch mitmachen und ich hätte nicht erwartet, dass sich das zu einem spannenden Experiment zum Thema „Wie lebten die Menschen früher“ für die Kinder entwickeln würde.

Da wir es sinnlos fanden, zwar das Licht auszuschalten, dafür aber den Fernseher laufen zu lassen, haben wir pünktlich um 20.30 Uhr auch den Fernseher abgeschaltet und die Computer heruntergefahren. Im Wohnzimmer feuerten wir den Kamin an und entzündeten viele Kerzen. So saßen wir in den ersten 5 Minuten herum und schauten ins Kerzenlicht.

Kerzenschein

Dann fragte der Kleine (fast 10), womit sich die Menschen denn früher die Zeit vertrieben hätten. „Zum Beispiel mit Geschichtenerzählen.“ Also unterhielt uns unser Sohnemann mit der spontan erfundenen Geschichte vom Ritter mit dem rubinenen Schwert. Danach sollte ich eine Geschichte erzählen. Ich zog es vor, etwas vorzulesen. Ich rückte dicht an die Kerzen heran und las eine halbe Stunde aus einem Jack-London-Buch vor. Da ich Hausmusik erwähnt hatte, sang der Kleine anschließend etwas vor. Das begeisterte den Rest der Familie nicht übermäßig, sodass wir überlegten, was man denn bei diesem Licht spielen könnte. Wir entschieden uns für Solo. Das klappte ganz gut, allerdings war es im Kerzenlicht sehr schwierig, die grünen und blauen Karten zu unterscheiden. Darüber war es 22 Uhr geworden, wir hatten also schon eine halbe Stunde länger ohne Licht ausgehalten. Die Kinder hätten gerne noch weitergemacht, wurden dann aber zu ihrem Leidwesen ins Bett geschickt. Es hat ihnen großen Spaß gemacht.

Wer weiß, vielleicht werden wir in Zukunft öfter einen solch gemütlichen Abend ohne Licht einlegen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wir haben nicht nur Strom gespart, sondern auch einen gemeinsamen Abend ohne Fernsehen verbracht.  Ach ja, und endlich haben wir eine Verwendung für die übriggebliebenen Kerzen vom Adventskranz gefunden!

2 Gedanken zu “Aktion „Ohne Licht“

  1. Oh wie schön und oh wie furchtbar. Schön, dass man so schnell und durch einfaches Weglassen wieder etwas nicht mehr alltägliches herstellen kann und furchtbar, dass man es nicht öfter tut 🙂 Ich hab deinen Blogpost ganz gerührt gelesen und finde ihn wunderbar. Wir hatten übrigens gestern nicht wirklich eine Chance auf Strom zu verzichten. 30 Jugendliche die mit lautstarker Musik incl. Stroboskop und Lichterorgel 16 Geburtstag feiern hätten ein nostalgisches Ambiente wohl nicht so zu schätzen gewusst 😉

    • Oh, das kann ich mir lebhaft vorstellen! Das wäre mal eine ungewöhnliche Geburtstagsparty gewesen. 😉 Zum Glück ist man ja nicht an einen von irgendwem eingerichteten Tag gebunden, um so einen besonderen Abend zu erleben. Leider braucht man oft den Anstoß von außen – von alleine wäre wir nie auf die Idee gekommen. Ich ahne auch schon, dass der Große nicht begeistert sein wird, wenn wir – auf Wunsch des Kleinen – demnächst wieder einen Licht-aus-Abend veranstalten. Er fand das auf Dauer eher langweilig.

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