Eine Buchempfehlung für den LeseHerbst 2010

Als ich las, dass Kollegin Sabine Schönberg alias Textania eine Blogaktion veranstaltet, in der Buchempfehlungen ausgesprochen werden sollen, habe ich zunächst nachdenklich meinen Stapel ungelesener Bücher gemustert. Dort liegen einige vielversprechende Bücher in Warteposition. Aber welches davon könnte eine wirkliche Empfehlung für den LeseHerbst 2010 werden? Schwierig vorauszusagen. Deshalb beschloss ich, ein Buch zu empfehlen, das ich in diesem Jahr mit Begeisterung, Genuss und Gewinn gelesen habe: Ulla Hahns “Das verborgene Wort”. 610 wortgewaltige Seiten, von denen ich jede einzelne verschlungen habe, mein persönliches Buch des Jahres.

Hildegard wächst kurz nach dem Krieg in einer armen Familie auf. Ihre Liebe gehört dem Lesen. Es ermöglicht ihr, aus ihrem trostlosen Dasein in immer neue, fantastische, interessante, spannende und ungewöhnliche Welten zu fliehen. Doch leider wird ihre Leidenschaft in ihrem Umfeld als absolut überflüssig betrachtet. Hildegard muss sich alles erkämpfen: einen Platz zum Lesen und Lernen, den Besuch der höheren Schule, die hochdeutsche Sprache. Auf ihrem Weg entfremdet sie sich immer weiter von ihrer Familie. Hahn beschreibt das trostlose und bigotte Milieu detailverliebt und hinterfragt dessen Konventionen und Werte. Besonders köstlich die Transkription des rheinischen Dialekts, die den Leser zunächst vor eine große Herausforderung stellt – mit der Zeit liest man sich aber ein.

Meine Empfehlung: Die ideale Lektüre für verregnete Herbsttage, an denen der Sturm um die Hausecken tobt (wie jetzt gerade). Die ausführliche Rezension gibt es hier. Auch der Fortsetzungsband “Aufbruch”, den ich im Sommerurlaub verschlang, kann ich uneingeschränkt für lange Herbstabende empfehlen. Hier geht es zur Rezension.

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