In eigener Sache: Post für Sie

Bekommt ihr auch so gerne Post? Richtige Post, meine ich. Persönliche Briefe von lieben Menschen, die man gierig aufreißt, schnell überfliegt und später noch einmal in aller Ruhe durchliest?

Als Jugendliche hatte ich Brieffreunde ich aller Welt (man bekam die Adressen für 5 DM über eine Organisation) und gab einen Großteil meines Taschengeldes für Briefmarken aus. Wenn ich nach Hause kam, führte mich mein erster Weg immer zum Briefkasten. Wenn ich einen Brief darin fand, war mein Tag gerettet.

Ich wurde älter, machte eine Ausbildung in einer anderen Stadt, mein Freund blieb zurück. Wir schrieben uns jede Woche. Weil ich am Wochenende meistens nach Hause fuhr, mussten unsere Briefe spätestens am Dienstag im Postkasten sein, um noch anzukommen, bevor ich wiederkam. Meist war in dieser Zeit nicht viel passiert, aber die Briefe waren mein Höhepunkt der Arbeitswoche (und natürlich habe ich sie alle aufgehoben).

Dann kam eine Zeit, in der ich fast keine Briefe mehr schrieb. Nur einmal zog ein Freund für einige Wochen in eine andere Stadt und wir schrieben uns begeistert hin und her. Damals musste ich erst einmal neues Briefpapier kaufen.

So praktisch ich E-Mails finde und mich über persönliche Nachrichten freue, es ist doch kein Vergleich zu dem Gefühl, den Briefkasten zu öffnen und einen „echten“ Brief darin vorzufinden.

Als mich im Frühjahr die Autorin Nessa Altura ansprach und fragte, ob ich an einem Briefprojekt teilnehmen möchte, habe ich daher nicht lange gezögert und zugesagt. Die Idee: zusammen mit Regina Schleheck und Gabriele Keiser bilden wir eine Familie, eine Mutter mit ihren drei erwachsenen Töchtern. Die Mutter nimmt den Kontakt zu einer lange verlorenen Freundin wieder auf und alle beginnen zu erzählen. Von sich, ihrem Leben, ihren Erlebnissen. Jede hat ein besonderes Thema, das sie bewegt und das sie der Leserin schildert. So kam ich plötzlich zu zwei großen Schwestern.

Postkarte_PostfuerSie004

Wir haben also Briefe geschrieben und sie wieder und wieder abgestimmt, damit auch alles zusamme passt. Nun sind sie fertig und könnten dazu dienen, dass eine Frau, die traurig darüber ist, nur Rechnungen in ihrem Briefkasten vorzufinden, wieder richtige Post bekommt. Woche für Woche verschicken wir einen liebevoll gestalteten echten Brief, teilweise mit kleinen Beilagen, der ihr das Gefühl gibt, von alten Freunden zu hören.

Ich bin nach wie vor begeistert von der Idee und die Arbeit daran hat viel Spaß gemacht. Weitere Informationen findet ihr unter Post für Sie, zum Beispiel einen kleinen Film über die Arbeit und eine Hörprobe. Vielleicht kennt ihr ja jemanden, der Freude daran hätte, solche Briefe zu bekommen. Ich glaube, das ist ein wunderschönes Geschenk zu Weihnachten oder dem Geburtstag, an dem die Beschenkte lange ihre Freude hat!

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