Günther Thömmes: Der Limonadenmann

Auf ein Schweppes!

Weil der aus einer Hugenottenfamilie stammende Bauerssohn Jacob Schweppeus nicht kräftig, aber sehr geschickt ist, wird er zu einem Goldschmied in Kassel die Lehre geschickt. Er erweist sich als überaus talentiert, erlernt auch noch das Juwelier-Handwerk, erweckt mit seinen wunderschönen Kreationen das Interesse des Adels und wird wohlhabend. Allerdings ist er am politischen Tagesgeschehen geschehen und hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, was ihn mit der Obrigkeit in Konflikt bringt. Daher entschließt er sich, ins liberalere Genf zu ziehen. Er liest viel, bildet sich immerzu fort und entwickelt ein Interesse für Alchemie. Schließlich gelingt es ihm, Mineralwasser zu erzeugen, was als Heilmittel Verwendung findet. Doch sein Weg ist noch nicht zu Ende, sondern führt ihn weiter nach London. Als die Frau, die er liebt, in Gefahr gerät, überlegt er, wie er ihr helfen kann.

Kreativer Kopf

Wer hat eigentlich die Limonade erfunden? Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht. In diesem Roman wird die (zum größten Teil fiktionale) Geschichte des neugierigen Tüflers Jacob Schweppeus erzählt, der sich nie mit dem Erreichten zufrieden gab, sondern sich immerzu weiterbildete und so schließlich die Limonade erfand. Natürlich geht das nicht reibungslos vonstatten, sondern Schweppeus, der sich (wegen der falschen Aussprache) später Schweppe nennt, muss zahlreiche Hindernisse überwinden, Probleme lösen (z. B.: Wie füllt man Mineralwasser so ab, dass die Kohlensäure nicht gleich wieder entweicht), mit Misserfolgen fertig werden, sein zeitweise kompliziertes Liebesleben auf die Reihe bekommen, Geld auftreiben, missgünstige Konkurrenten ausschalten usw.

Spannende Lebensgeschichte

Die ganze Geschichte ist in eine Rahmenhandlung gepackt: Dem englischen König Wilhelm IV. wird von einer Gräfin an mehreren Abenden berichtet, wie es zur Erfindung des wohltuenden Getränks kam. Diese Schilderung liest sich sehr angenehm und flüssig, ich habe das Buch verschlungen. Der fleißige Schweppe ist ein sympathischer Protagonist, sein Leben spannend. Auch wenn man in Wirklichkeit nicht viel über ihn weiß, so hätte es sein können. Jedenfalls wirkte seine erfundene Lebensgeschichte auf mich größtenteils realistisch und historische Details stimmig und gut recherchiert. Auch die Schilderungen der technischen Vorgänge waren interessant geschildert und für Laien gut verständlich. Die Liebesgeschichte, die auf dem Titel groß angekündigt wird, spielt eine wesentlich geringe Rolle, als ich erwartet hatte, was ich aber nicht weiter schlimm fand.

Ich bin kein besonderer Fan dieser überlangen Titel, aber zum Glück reicht ja Der Limonadenmann. Übrigens glaube ich, dass man vermutlich nicht sagen kann, dass Schweppe die Limonade erfand, denn die klassische lemonade gab es sicher schon. Seine besondere Idee war es, Mineralwasser Chinin zuzusetzen, um so der Malaria vorzubeugen, er wollte also eine Medizin entwickeln.

Fazit: Gut geschriebener historischer Roman über das bewegte Leben des Erfinders des Bitter Lemon, Jacob Schweppe.

Günther Thömmes: Der Limonadenmann oder Die wundersame Geschichte eines Goldschmieds, der der Frau, die er liebte, das Leben retten wollte und dabei die Limonade erfand. Gmeiner 2018. 280 Seiten, Euro 15,00, ISBN 978-3-8392-2296-6.

Eine Rezension von Edith Nebel findet ihr hier.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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