Das große 1 x 1 des Wohnens: Die besten Tipps & Tricks aus 10 Jahren „Zuhause im Glück“

Ich muss euch ein Geständnis machen: Ich schaue unheimlich gerne „Zuhause im Glück“. Es ist genau das Richtige, wenn ich gerade mal zu k.o. bin, um irgendetwas Anspruchsvolles zu schauen und ich finde es immer wieder faszinierend, wie das Bauteam in wenigen Tagen ein ganzes Haus umkrempelt und schön macht. Schließlich weiß ich ja aus eigener Erfahrung, wie lange es dauert, auch nur ein Zimmer auszuräumen, zu streichen und einen Teppich, Laminat oder Parkett zu verlegen. Seit Jahren wollen wir schon neues Dachfenster einbauen lassen, aber es wird nie etwas daraus.

Als mir ein Rezensionsexemplar von Das große 1 x 1 des Wohnens angeboten wurde, war ich zunächst verblüfft, dass es die Sendung schon seit 10 Jahren gibt. Ich habe bestimmt die meisten Folgen gesehen. Und dann habe ich nicht lange gezögert und zugesagt. Schließlich gibt es hier das eine oder andere Projekt, das ich gerne angehen möchte. Vielleicht kann ich mir schöne Anregungen holen.

Die Kapitel gehen mal auf bestimmte Materialien, mal auf bestimmte Räume besonders ein. Nach einem Interview mit Eva Brenner wird mit Tipps für jeden Raum begonnen, es folgen die Themen Farben, Licht, Aus alt mach neu und Deko. Danach geht es in Nachhaltigkeit zahlt sich aus um umweltbewusstes Arbeiten. Weiter beschäftigt sich das Buch mit Materialien, der Raumaufteilung und Balkon und Garten, bevor zum Abschluss ein Blick auf die Baustellenplanung geworfen wird.

Die allgemeinen Tipps im ersten Kapitel sind nicht unbedingt etwas Besonders, aber oft vergisst man, darauf zu achten: Wie viel Stauraum braucht man wirklich? Welche Möglichkeiten gibt es, um einen Raum optimal auszunutzen? Welche Möbelstücke und Accessoires sind unverzichtbar, welche empfehlenswert und welche entbehrlich? Wie kann man einzelne Räume gemütlich machen und warum ist das so?

Wichtig finde ich gerade das letzte Kapitel, in dem die Träume so manches Bauherrn und mancher Bauherrin wieder auf den Boden geholt werden, indem immer wieder darauf hingewiesen wird, realistisch zu bleiben. Sei es bei der Einschätzung der eigenen Fähigkeiten, der möglichen Hilfe durch andere, dem Bedarf an Profis und den zu erwartenden Kosten, vor allem bei Großprojekten wie der Renovierung eines alten Fachwerkhauses. Auch vermeintliche Selbstverständlichkeiten werden erwähnt, wie daran zu denken, Geliehenes zurückzugeben und das Danken nicht zu vergessen.

Ich will jetzt nicht auf jedes Kapitel im Einzelnen eingehen. Immer ist es so, dass wichtige Hinweise für die Auswahl von Materialien, Farben, die günstigste Vorgehensweise usw. gegeben werden, um typische Fehler zu vermeiden, die der Laie meist macht. Schön finde ich auch Hinweise darauf, was man tun kann, wenn etwas schiefgegangen ist. Manches fand ich eher banal, anderes brachte mir Aha-Erlebnisse. Je nachdem, wie viele und welche Erfahrungen man hat, wird das natürlich bei jedem verschieden sein. So hat mancher hat einfach ein Auge für die gelungene Farbzusammenstellung, andere brauchen dafür Hinweise. Ich glaube jedoch, dass jeder, auch der erfahrende Bastler und Bauherr, noch den einen oder anderen nützlichen Hinweis finden dürfte.

Gut gefällt mir, dass darauf hingewiesen wird, dass dem Buch zwar eine recht konventionelle Wohungseinteilung zugrundeliegt, dass aber jeder sie an seine Wünsche und Bedürfnisse anpassen kann. Ja, das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, aber macht aber vielleicht gerade den Bau-Neuling freier in seinen Entscheidungen.

Zwischendurch gibt es Extra-Tipps in Kästchen am Rand. Beim Gästezimmer gibt es da beispielsweise Hinweise, mit welchen Kleinigkeiten man es seinen Gästen besonders angenehm machen kann oder dass man mit einer auswechselbaren Holzplatte je nach Jahreszeit wechselnde Farben in einen Raum bringen kann. In farbig hinterlegten Kästchen gibt es Basteltipps oder weiterführende Informationen, zum Beispiel zu der Frage, welche Lichtstärke für welchen Zweck sinnvoll ist.

Schlecht ist, dass oft mit weißer Schrift auf hellgrünem, hellblauem oder rotem Grund gearbeitet wird. Bei Tageslicht lässt sich das noch einigermaßen lesen, aber abends hatte ich wirklich damit zu kämpfen. Auch Braun auf Lila ist suboptimal. So etwas kann mir den Lesespaß ganz schon verderben und ich finde es unnötig und rücksichtslos. Es ist schließlich nicht das erste Buch, das gedruckt wird, man weiß schon, dass das Auge gute Kontraste braucht. Zum Glück sind große Teile des Buches ganz herkömmlich Schwarz auf Weiß, andere Passagen mit Rot, Blau oder Grün auf Weiß, was einigermaßen geht, sonst hätte ich es sicher schnell beiseite gelegt.

Mal ganz abgesehen von konkreten Planungen und Anlässen, in das Buch hineinzuschauen: Mir macht es auch einfach so Spaß, in solch einem Buch zu blättern, mir Ideen, Anregungen und Appetit für neue Aktionen rund ums Haus zu holen. Dafür ist es ebenso gut geeignet wie für Anregungen und Hilfestellung bei anstehenden Projekten.

Cover_ZuhauseimGlück

Juliane Gringer: Das große 1 x 1 des Wohnens. Die besten Ticks & Tricks aus 10 Jahren „Zuhause im Glück“. Eden Books 2015. 160 Seiten, Euro 16,95, ISBN 978-959100-15-1.

Zur Verlagsseiten – bei Amazon – und in jeder Buchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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